Online Bibel  |  

Spruch des Tages!  |  

Suryoyoe Bibel Forum  |  

Gästebuch  |  

Links  |  

Kontakte  |  

Was wir Glauben  |  

Sie sind hier: 

>> NEWS 

Moschee Besuch des Papstes

Dienstag, 24. Oktober 2017

Die Sultan-Ahmet-Moschee oder ’Die Blaue Moschee’ mit ihren sechs Minaretten ist Istanbuls Hauptmoschee 

Rom, 7.5.09 (Kipa) Als der Papst am 6. Mai 2001 den weissen Vorhof der Omajjaden-Moschee in Damaskus betrat, sprach Vieles für ein Symbol der Versöhnung: die Stadt, eine der ältesten Siedlungen der Menschheit und eng verbunden mit der biblischen wie mit der islamischen Geschichte. Das Gebetshaus, erbaut aus einer christlichen Basilika im Namen der ersten Kalifendynastie. Und Johannes Paul II. selbst, den viele Muslime inzwischen als wirklichen Brückenbauer ansahen. Nun besuchte er gemeinsam mit dem syrischen Grossmufti als erster Papst das Innere einer Moschee.
Er hoffe, "dass muslimische und christliche Führer unsere beiden grossen Religionen als Gemeinschaften im respektvollen Dialog und nie wieder im Konflikt darstellen", so das Kirchenoberhaupt. Christen und Muslime sollten einander die Verletzungen der Vergangenheit verzeihen und sich besser kennenlernen.
Bilder vom greisen Papst, der in der Moschee die Schuhe abstreift und tief gebeugt an der auch von Muslimen verehrten Kopfreliquie Johannes des Täufers meditiert, gingen 2001 um die Welt. Viele sahen darin – nach dem Papstbesuch der römischen Synagoge 1986 – den bisher wichtigsten Meilenstein für die interreligiöse Öffnung der Katholiken seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965).
Auf diplomatischem Feld war die Visite bei Syriens Staatspräsident Baschar al Assad während der zweiten palästinensischen Intifada nicht ohne Tücken. Religiös aufgeladene Äusserungen des 35-Jährigen gegen das Judentum veranlassten den Vatikan zu Klarstellungen. Nach dem 11. September 2001 blieb Johannes Paul II. bis zu seinem Tod 2005 ein Warner vor Gewalt im Namen der Religion – wie auch vor Islamphobie.

Islamophobie

Die aber sahen Teile der islamischen Welt erneut am Werk, als sein Nachfolger Benedikt XVI. die Frage nach religiös legitimierter Gewalt in seinem Regensburger Vortrag vom 12. September 2006 einer Analyse unterzog. Die angedeutete Verbindung zwischen dem Propheten Mohammed und der Verbreitung seines Glaubens durch das Schwert verursachte unter Muslimen teils besorgte, teils aufgeheizte Proteste. Benedikt XVI. bedauerte öffentlich "Missverständnisse", ohne damit alle Vorwürfe ausräumen zu können.
Vor seiner Türkei-Reise nur zweieinhalb Monate später liessen Anti-Papst-Demonstrationen in dem islamischen Land und die Kritik türkischer Politiker und Geistlicher kaum Gutes erwarten. Zudem stand das Reiseziel Istanbul historisch besonders für das spannungsreiche Miteinander beider Religionen. Unmittelbar nach einem Rundgang durch die Hagia Sophia, bis zur türkischen Eroberung 1453 grösste Kirche der Christenheit, setzte Benedikt XVI. am 30. November 2006 dagegen das Signal eines zweiten päpstlichen Moscheebesuchs.



Papst Gebet in der Moschee

Beim Aufenthalt in der Sultan-Ahmed-Moschee verharrte der Papst dann einen Moment in Stille vor der Gebetsnische in Richtung Mekka und ging damit noch einen Schritt weiter als Johannes Paul II. fünf Jahre zuvor. Die Haltung sorgte in den türkischen Medien für Euphorie. Der Papst habe neben dem Mufti "gebetet wie ein Muslim" und den "Frieden von Istanbul" besiegelt.
Im Vatikan sprach man vorsichtiger von einer "Meditation". Benedikt XVI. selbst erklärte später, er habe sich in diesem Augenblick "an den einen Herrn des Himmels und der Erde" gewandt. Internationale Beobachter jedenfalls werteten die schwierige Reise als grossen Erfolg, zumal türkische Geistliche den Streit um "Regensburg" für beendet erklärten.
Seitdem gab es auch von muslimischer Seite immer wieder Angebote für den "respektvollen Dialog". So 2007 der Brief von 138 islamischen Gelehrten an christliche Kirchen, der die gemeinsame Verantwortung für eine friedliche Zukunft der Menschen betonte. So im November 2008 die erste Erklärung des neu gegründeten "Katholisch-Muslimischen Forums" in Rom mit einem Bekenntnis zu Religionsfreiheit und Gewaltverzicht. Zweifellos ist der christlich-islamische Austausch vor dem dritten Moscheebesuch eines Papstes im jordanischen Amman – zumindest auf Gelehrtenebene – enger als je zuvor.

Quelle: http://www.kipa-apic.ch/index.php?pw=&na=0,0,0,0,d&ki=194700

Druckbare Version Türkei: Christenverfolgung auf moderne Art Christliches Kloster unterliegt in Landstreit